KLIMASCHUTZ

Da der Klimawandel mit Gefahren für die gesamte Menschheit verbunden ist, kann nur die Weltgemeinschaft zusammen, d.h. jeder Staat, jedes Unternehmen, aber auch jede/r Einzelne/r, das Problem angehen.

Gemeinsame Anstrengungen, Lösungen zu finden, gibt es schon längere Zeit, doch ein erster Schritt konnte erst 2015 mit dem Pariser Klimaabkommen erreicht werden.

Die 21. UN-Klimakonferenz (21st Conference of the Parties, COP21) fand vom 30.11. bis zum 12.12.2015 in Paris statt. Nach einer sehr langen Vorgeschichte der Klimaschutzverhandlungen konnten sich 195 Mitgliedstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) endlich am 12.Dezember 2015 auf das Übereinkommen von Paris einigen.

http://www.cop21paris.org/

Das Hauptziel des Abkommens ist es, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Falls möglich, will man den Anstieg sogar auf 1,5°C vermindern, um die Risiken und Auswirkungen des Klimawandels zu reduzieren.

Zusätzlich sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Widerstandsfähigkeit der Menschheit gegen den Klimawandel zu erhöhen. Dazu gehören beispielsweise die Erhöhung von Deichen (steigender Meeresspiegel) oder die Anpassung der Landwirtschaft (Verschiebung von Anbaugebieten).

Die Finanzmittelströme sind an die genannten Ziele anzupassen. Es soll eine nachhaltige Entwicklung hin zu sinkenden THG-Emissionen und einer erhöhten Anpassung an den Klimawandel geben. Gleichzeitig sollen die Investitionen in kohlenstoffintensive Industriezweige sinken.

Das Abkommen trat bereits am 4.11.2016 in Kraft. Voraussetzung dafür war die vollständige Ratifizierung des Vertrages in 55 Staaten, die zusammen mindestens einen Anteil von 55% an den anthropogenen Emissionen aufweisen.

Mit der Dominikanischen Republik haben am 21.09.2017 bereits 166 Parteien das Pariser Übereinkommen ratifiziert, die insgesamt für ca. 90% der Emissionen verantwortlich sind. Allerdings sind die USA unter Donald Trump bereits aus dem Abkommen ausgetreten. Sollte Nicaragua, wie angekündigt, verspätet beitreten, wären dann Syrien und die USA die einzigen Länder weltweit, die es nicht anerkennen.

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen_von_Paris#/media/File:ParisAgreement.svg

Die Nationen hatten sich bereits auf früheren Klimakonferenzen darauf verständigt, Klimaschutzpläne, sogenannte INDCs (Intended Nationally Determined Contribution), einzureichen. Darin erklären die Nationen ihren beabsichtigten Beitrag zum Klimaschutz in Form von Reduktionszielen ihrer Emissionen. Die INDCs von über 170 Ländern liegen bereits vor.

Würden alle INDCs wie geplant umgesetzt, ließe sich der Temperaturanstieg allerdings nur auf etwa 2,7°C begrenzen. Vom Erreichen des 1,5°C-Ziels ist man also noch weit entfernt. Deshalb hat man sich darauf verständigt, die INDCs alle fünf Jahre zu überarbeiten und zu verschärfen.

Quelle: IPCC, 5. Sachstandsbericht, Abbildung SPM.6(a)

Die 28 Mitgliedsstaaten der EU haben einen gemeinsamen INDC eingereicht und erklären darin das Ziel, bis zum Jahr 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 40% gegenüber 1990 zu senken.

Bereits seit dem Jahr 2009 gibt es darüber hinaus das EU-Ziel, bis zum Jahr 2050 die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent (Bezugsjahr 1990) zu vermindern.

Deutschland formuliert seine Ziele im „Klimaschutzplan 2050“. Bis zum Jahr 2030 sollen die Emissionen von Treibhausgasen um mindestens 55% und bis 2040 um mindestens 70% sinken. Im Jahr 2050 will man dann Treibhausgasneutralität erreichen, also die Emissionen auf null senken.

Um diese ambitionierten Ziele erreichen zu können, müssen Emissionen aus der Energieversorgung, der Industrie sowie dem Verkehrs- und Gebäudebereich vermieden werden. Dazu muss man die Energieeffizienz erhöhen und den Energiebedarf durch erneuerbaren, CO2-neutralen Strom decken. Sowohl der Mobilitätssektor als auch die Heizwärmeversorgung müssen „elektrifiziert“ werden. Die Energiewende hin zu einer vollständigen Dekarbonisierung läuft bereits, stellt aber nach wie vor eine gewaltige Herausforderung dar.

Emissionen aus Landnutzung und Forstwirtschaft sind schwieriger zu vermeiden. Können bestimmte Emissionen nicht verhindert werden, muss man Wege finden, diese zu kompensieren. Negative Emissionen erreicht man durch Bindung von Kohlenstoffdioxid bzw. Kohlenstoff in natürlichen Kohlenstoffsenken wie Wäldern, Mooren und Böden.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität wird die Bedeutung dieses Sektors noch zunehmen.

Die folgende Tabelle zeigt die bisher (2014) in Deutschland erreichten und die bis zum Jahr 2030 geplanten Minderungen der Treibhausgasemissionen der wesentlichen Handlungsfelder des „Klimaschutzplans 2050“ gegenüber dem Bezugsjahr 1990:

Quelle: Umweltbundesamt Emissionssituation, Stand März 2017
Quelle: Umweltbundesamt Emissionssituation, Stand März 2017