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KENNST DU DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN WETTER UND KLIMA?

„Klima ist das, was man erwartet, und Wetter ist das, was man bekommt.“

So antwortete ein Klimaforscher auf die Frage nach dem Unterschied zwischen den Begriffen Wetter und Klima, die oft verwechselt werden. Beide Naturerscheinungen haben zwar mit Veränderungen in der Erdatmosphäre zu tun, unterscheiden sich aber grundlegend.

WETTER PASSIERT JETZT

Das Wetter ist der aktuelle Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort und für einen relativ kurzen Zeitraum. Das Wetter während einer Periode von einigen Tagen beziehungsweise das vorherrschende Wetter während einer Jahreszeit nennen die Fachleute „Witterung“. Bei uns in Mitteleuropa wird das Wetter überwiegend von kurzfristigen Phänomenen wie Tief- oder Hochdruckgebieten geprägt.

KLIMA IST LANGFRISTIG

Mit Klima bezeichnen Fachleute alle Wetter– oder Witterungsereignisse, die über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Das kann Zeiträume von Jahrzehnten bis hin zu Jahrtausenden umspannen. Das Klima an einem bestimmten Ort wird wesentlich durch die dortige Umwelt bestimmt. Dazu zählen vor allem die Art der Sonneneinstrahlung und die örtliche Bestrahlungsstärke, die Oberflächenform der Erde, die Land-Meer-Verteilung, die vorherrschenden Meeresströmungen und die Höhe des Standortes.

Deutschland ist Teil der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas, im Übergangsbereich zwischen dem maritimen (vom Meer beeinflussten) Klima in Westeuropa und dem kontinentalen (eher vom Festland beeinflussten) Klima in Osteuropa. Es wird zudem unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der dafür sorgt, dass es in Mitteleuropa trotz der nördlichen Breitenlage relativ mild bleibt.

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DIE WETTERVORHERSAGE

Wie wird das Wetter morgen? Um diese Frage zu beantworten, nutzen Meteorologen schon seit geraumer Zeit Computermodelle. Diese so genannten numerischen Wettermodelle berechnen für ein ganz bestimmtes Gebiet und einen abgegrenzten Zeitraum die Entwicklung von Wettersystemen. Das Vorhersageverfahren ist sehr aufwändig: Messdaten von Wind, Temperatur und anderen physikalischen Größen fließen in die Berechnungen der Supercomputer mit ein. Doch bei aller Rechenpower lässt sich das Wetter meist nur für fünf bis maximal zehn Tage prognostizieren. Zu viele Variable haben Einfluss darauf.

KLIMAMODELLE – DIE NÄCHSTE EISZEIT IM COMPUTER

Die Prognose eines Wettermodells für einen festgelegten Zeitpunkt lassen sich direkt durch Beobachtung hervorragend überprüfen. Ganz anders liegen die Schwerpunkte bei der Vorhersage von Veränderungen des Weltklimas. Das Ergebnis einer Klimasimulation braucht Zeiträume von mindestens 30 Jahren, um durch Vergleiche ermittelt werden zu können.

Die durch den Menschen verursachte globale Erwärmung hat das gesellschaftliche und politische Interesse an der zukünftigen Klimaveränderung deutlich verstärkt. So möchte man zum Beispiel wissen, um wie viel Grad die globale Mitteltemperatur bis zum Ende des 21. Jahrhunderts steigen wird. Wichtige Weichenstellungen und zukunftsweisende Entscheidungen, wie etwa zum Bau von Deichen am Meer, ließen sich daraus ableiten.

Um die notwendigen Daten zu erhalten, nutzt man heute so genannte Klimamodelle, die als komplexe Rechenprogramme auf Hochleistungscomputern laufen. Diese Klimamodelle beruhen im Kern auf mathematischen Gleichungen, die grundlegende physikalische Gesetze ausdrücken. Sie dienen unterschiedlichen Zwecken, zum Beispiel der Simulation des vergangenen Klimas oder der Vorhersage künftiger Klimazustände. Wie alle Modelle sind auch Klimamodelle vereinfachte Abbildungen der Wirklichkeit. Dennoch bieten sie solide Voraussetzungen, um wichtige Erkenntnisse über die Folgen von natürlichen und menschlichen Einflüssen auf das Klimasystem zu liefern.

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WELCHE KLIMAVERÄNDERUNGEN SIND FÜR DEUTSCHLAND ZU ERWARTEN?

Das Umweltbundesamt legt auf seiner Webseite dar, wie sich das Klima in Deutschland möglicherweise entwickeln könnte. Die zugrunde liegenden Klimamodelle betrachten dabei die Änderungen des Extremverhaltens von Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit. Unter der Voraussetzung eines moderaten Anstiegs der Treibhausgasemissionen sind folgende Klimaveränderungen bis zum Zeitraum 2071-2100 (im Vergleich zum Zeitraum 1961-1990) wahrscheinlich: 

  • In Deutschland wird es nicht nur im Mittel wärmer, sondern speziell im Sommer wird es häufiger auch zu besonders hohen Temperaturen kommen. 
  • Für die Sommermonate ist insgesamt von einem Niederschlagsrückgang auszugehen. 
  • Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird im Sommer der Anteil der Starkniederschläge am Gesamtniederschlag zunehmen. 
  • Beim Gesamtniederschlag im Winter ist für die meisten Regionen Deutschlands eher mit einer Zunahme zu rechnen. 
  • Am stärksten wird Norddeutschland betroffen sein. Für den äußersten Süden wird dagegen keine wesentliche Änderung, eher sogar eine leichte Abnahme erwartet. Auch im Winter werden künftig häufiger starke Regenfälle zu verzeichnen sein. 
  • Es ist von häufiger auftretenden extremen Windgeschwindigkeiten auszugehen.
Abschnitt „Klimamodelle“ zitiert nach http://wiki.bildungsserver.de > Klimamodelle (gekürzt u. bearbeitet)