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WINDKRAFTWOLKENKRATZER

Deutschland ist ein echter Windkraftchampion. In keinem europäischen Land werden mehr Windkraftanlagen betrieben als hier. International liegt Deutschland hinter China und den USA auf Platz 3. Doch inzwischen werden geeignete Standorte für die „Windmühlen“ bei uns knapp. Deshalb ist man auf eine simple Idee gekommen.

RASANTE ENTWICKLUNG

Anfang der neunziger Jahre kam in Deutschland die Nutzung der Windkraft durch günstige politische Rahmenbedingungen in Schwung. Zu dieser Zeit hatte eine Windenergieanlage eine durchschnittliche Leistung von gerade einmal 0,16 MW. Seitdem hat sich die Technologie rasant entwickelt. Die Türme sind höher geworden, die Rotoren haben einen größeren Durchmesser und auch die Elektrik (Generator, Steuerung, Netzeinspeisung) wurde wesentlich verbessert. Das hat dazu geführt, dass heute die durchschnittliche Leistung eines neu gebauten Windrades onshore (auf dem Festland) mit etwa 3 MW fast neunzehnmal so hoch wie damals ist. Die stärksten Anlagen erreichen sogar 7,5 MW. Seit einigen Jahren werden auch auf See (offshore) Windparks errichtet. Auch hier geht der Trend zu immer leistungsstärkeren Anlagen.

EINFACH NOCH EINEN DRAUFSETZEN

Wo hat man die ersten Anlagen errichtet? Natürlich da, wo die Standortbedingungen am günstigsten waren. Aus der oben beschriebenen Entwicklung lässt sich daraus folgendes ableiten: An den besten Standorten stehen aus heutiger Sicht die leistungsschwächsten Windenergieanlagen. Deshalb wird heute angestrebt, die alten, auch schon in die Jahre gekommenen, Windkraftanlagen durch wesentlich leistungsstärkere zu ersetzen. Diesen Austausch nennt man Repowering. Man erhöht so die installierte Leistung und auch den Stromertrag bei gleichzeitiger Verminderung der Zahl der Anlagen.

Viele Länder und Gemeinden haben die Auflagen für die Neuerrichtung von Windkraftanlagen verschärft. Beispielsweise werden große Abstände zu Wohngebäuden gefordert und aus Naturschutz- und Landschaftsschutzgründen Auflagen gemacht. Repowering hilft also die Standortpotenziale optimal auszunutzen und das Konfliktpotenzial zu verringern.

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WIND UND WASSERSTOFF

Allerdings weht der Wind eben doch nicht zuverlässig. Wenn Flaute herrscht, verbrauchen die Menschen trotzdem Strom. Ist es stürmisch, der Windstromertrag also sehr hoch ist, muss das noch lange nicht bedeuten, dass gleichzeitig auch viel Strom nachgefragt wird. Einfach gesagt muss der Strom dann zur Verfügung stehen, wenn er gebraucht wird. Technisch ist das leider nicht so einfach umzusetzen und deshalb eine der großen Herausforderungen der Energiewende. Um die erneuerbaren Energien (Sonnenstrom hat leider das gleiche Problem wie die Windkraft) in das Energiesystem zu integrieren, müssen also die Unterschiede zwischen Angebot und Nachfrage ausgeglichen werden. Das wiederum heißt, man muss es irgendwie schaffen, Überangebote einzuspeichern und bei Bedarf wieder zur Verfügung zu stellen. 

Stromspeicherung ist in großem Maßstab sehr teuer, deshalb sucht man noch intensiv nach geeigneten Verfahren. Ein vielversprechendes hat den Namen Power-to-Gas. Dabei wird der überschüssige Strom dazu eingesetzt, im Elektrolyseverfahren Wasser (H2O) in Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) zu zerlegen. Wasserstoff ist ein chemischer Energieträger und kann bequem gespeichert werden. Reicht die erzeugte Strommenge dann zu einem anderen Zeitpunkt nicht aus, wird das gespeicherte Gas zur Stromerzeugung eingesetzt und so die Versorgungslücke geschlossen.

EINSATZ VON WINDRÄDERN

Eine Windenergieanlage hat eine geplante Einsatzzeit von rund 20 Jahren. Danach muss die Anlage abgebaut, entsorgt und das Grundstück in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Die Kosten des Abbaus sollten während der Laufzeit der Anlage angespart werden, um den Rückbau zu sichern. Diese Bedingungen werden in der Regel in der Baugenehmigung erwähnt. In manchen Bundesländern müssen die Rückbaukosten bereits bei Projektbeginn durch eine Bürgschaft abgesichert werden. Die alte Anlage kann eventuell sogar wiederverkauft und weiterhin genutzt werden. Sie wird mit Hilfe eines Kranes Stück für Stück demontiert und abtransportiert. Zuerst werden die Blätter von der Rotornabe abgetrennt, anschließend die Nabe und die Gondel demontiert. Der Turm wird dann abgeschraubt, die Schaltanlage und die Übergabestation (Trafo) werden abgebaut und die Kabel ausgegraben. Das Fundament muss so weit entfernt werden, dass eine landwirtschaftliche Nutzung wieder möglich ist.

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AUFBAU EINER WINDENERGIEANLAGE

Eine Windenergieanlage besteht aus einem Turm aus Stahlrohr oder Stahlbeton und ansonsten hauptsächlich aus Metall und glasfaserverstärktem Kunststoff. Stahl und Kupfer werden für den Rohmaterialpreis weiterverkauft und für andere Konstruktionen wieder verwertet. Beton und Glasfasern werden zerstückelt und zum Beispiel für den Straßenbau als Aufschüttung verwendet.

Quelle: Bundesverband WindEnergie (BWE): www.wind-energie.de > Rückbau